

Viele Kanalnetze werden noch immer mit eingeschränkter Transparenz betrieben. Kritische Zustände werden häufig erst sichtbar, wenn das System bereits an seine Belastungsgrenzen gelangt – beispielsweise bei Starkregenereignissen, hohen Zuflüssen oder unerwarteten Überläufen.
Gerade in solchen Situationen entscheidet die Verfügbarkeit präziser Echtzeitdaten darüber, wie schnell und gezielt Betreiber reagieren können.
Für einen grossen europäischen Abwasserentsorger wurde deshalb eine Lösung umgesetzt, die eine zuverlässige Echtzeitüberwachung hydraulischer Prozesse ermöglicht – ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen oder bestehende Infrastrukturen grundlegend umzubauen.
Zum Einsatz kamen die Kanalis Multi-Path Technologie sowie Q-Eye PSC Sensorsysteme. Dadurch konnte die vorhandene Infrastruktur weiterhin genutzt und gleichzeitig die Transparenz über das Verhalten des Kanalnetzes deutlich verbessert werden.
Die Lösung ermöglicht eine präzise Erfassung von Durchflussdaten und unterstützt dabei, kritische Kapazitätsgrenzen frühzeitig zu erkennen.

Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch nicht allein durch die Sensorik, sondern durch die daraus gewonnenen Handlungsmöglichkeiten im Betrieb.
Durch die kontinuierliche Transparenz hydraulischer Prozesse können Überläufe früher erkannt, Betriebsabläufe stabilisiert und energieintensive Prozesse effizienter gesteuert werden. Gleichzeitig unterstützt die Datenbasis dabei, regulatorische Anforderungen sicherer und nachvollziehbarer einzuhalten.
Ein entscheidender Faktor des Projekts war die nahtlose Integration in bestehende SCADA-Systeme. Dadurch konnten Echtzeitdaten direkt in vorhandene Betriebs- und Überwachungsprozesse eingebunden werden – ohne grössere Bauarbeiten oder Betriebsunterbrüche.
Die Umsetzung zeigt, wie moderne Messsysteme bestehende Kanalnetze intelligent erweitern können, ohne komplexe Infrastrukturmassnahmen zu erfordern.

Moderne Kanalnetze benötigen heute nicht nur mehr Daten, sondern intelligente Mess- und Analysesysteme, die aus Daten konkrete operative Entscheidungen ermöglichen.
Denn wenn kritische Zustände erst erkannt werden, nachdem sie bereits eingetreten sind, wird nicht mehr proaktiv gesteuert – sondern nur noch auf Probleme reagiert.

